Grundlagen

Wie funktioniert der Börsenstrompreis?

Der Börsenstrompreis ist die Grundlage jedes dynamischen Tarifs. Er entsteht an einer Strombörse aus Angebot und Nachfrage – und zwar getrennt für jedes Zeitintervall des Folgetags.

Der Day-Ahead-Markt

Am Day-Ahead-Markt wird Strom für die Lieferung am nächsten Tag gehandelt. Käufer und Verkäufer geben Gebote für einzelne Zeitintervalle ab. Aus diesen Geboten ermittelt die Börse für jedes Intervall einen einheitlichen Preis, zu dem alle Geschäfte abgewickelt werden.

Weil das Ergebnis am Vortag feststeht, kennen Anbieter und Kundinnen und Kunden die Preise für den Folgetag im Voraus. Genau das macht die Planung flexibler Verbräuche überhaupt erst möglich.

Warum der Preis schwankt: das Prinzip der Merit-Order

Kraftwerke werden nach ihren kurzfristigen Erzeugungskosten sortiert eingesetzt. Zuerst kommen Anlagen mit sehr geringen laufenden Kosten zum Zug, etwa Wind und Photovoltaik, danach Anlagen mit höheren Brennstoffkosten.

Den Preis bestimmt das teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken. Ist viel günstige Erzeugung verfügbar und die Nachfrage niedrig, sinkt der Preis. Ist wenig verfügbar und die Nachfrage hoch, steigt er.

Typische Muster im Tagesverlauf

In vielen Tagen zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: niedrigere Preise in der Nacht, ein Anstieg am Morgen, ein häufig niedrigeres Niveau um die Mittagszeit bei hoher Solareinspeisung und ein weiterer Anstieg am frühen Abend.

Muster sind keine Garantie

Diese Muster treten häufig auf, aber nicht zuverlässig. Wetterlagen, Kraftwerksausfälle, Feiertage und Importe können den Verlauf deutlich verändern. Aus einem Muster lässt sich keine Prognose für einen konkreten Tag ableiten.

Vom Börsenpreis zum Endkundenpreis

Der Börsenpreis ist nur ein Baustein. Bis zur Rechnung kommen Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen sowie der Aufschlag des Anbieters hinzu. Deshalb bewegt sich der Endpreis prozentual weniger stark als der reine Börsenpreis.

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema

Wann stehen die Preise für den nächsten Tag fest?

Die Ergebnisse des Day-Ahead-Marktes liegen in der Regel am Vortag vor. Der genaue Zeitpunkt, ab dem ein Anbieter die Preise in seiner App anzeigt, unterscheidet sich je nach Tarif.

Gibt es auch viertelstündliche Preise?

Ja, neben stündlichen Produkten gibt es Handelsprodukte mit feinerer zeitlicher Auflösung. Welche Auflösung für die Abrechnung gilt, legt der jeweilige Tarif fest.

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