Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaikanlage
Eine Photovoltaikanlage deckt einen Teil des Verbrauchs direkt. Der verbleibende Netzbezug fällt vor allem morgens, abends und nachts an – und genau dieser Anteil wird mit einem dynamischen Tarif abgerechnet.
Eigenverbrauch tagsüber
Solarstrom, der direkt im Haushalt verbraucht wird, muss nicht aus dem Netz bezogen werden. Der dynamische Arbeitspreis wirkt daher nur auf den Reststrom. Je höher die Eigenverbrauchsquote, desto kleiner wird die Menge, die vom Börsenpreis betroffen ist.
Netzbezug außerhalb der Solarproduktion
In den Abend- und Nachtstunden sowie in den Wintermonaten bleibt der Netzbezug bestehen. In diesen Zeiten liegt das Preisniveau an der Börse häufig höher als zur Mittagszeit. Das relativiert einen Teil des Vorteils, den man sich von einem dynamischen Tarif verspricht.
Umgekehrt gibt es Nachtstunden mit sehr niedrigem Preisniveau. Wer flexible Verbraucher gezielt dorthin verschiebt, kann den Effekt teilweise ausgleichen.
Wechselwirkung zwischen PV-Erzeugung und Börsenpreisen
Eine hohe Einspeisung aus Photovoltaik im gesamten Marktgebiet drückt tendenziell die Börsenpreise zur Mittagszeit. Das ist genau der Zeitraum, in dem eine eigene Anlage ebenfalls viel produziert und wenig Netzbezug anfällt.
Daraus folgt: Der günstige Mittagspreis kommt Haushalten mit PV oft weniger zugute als Haushalten ohne PV – es sei denn, es gibt zusätzliche flexible Verbraucher oder einen Speicher.
Energiemanagementsystem als Bindeglied
Ein Energiemanagementsystem kann Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Preissignal zusammenführen. Es entscheidet zum Beispiel, ob überschüssiger Solarstrom in den Speicher, ins Auto oder in die Warmwasserbereitung geht.
Ob und wie ein System das Preissignal eines konkreten Tarifs verarbeiten kann, hängt vom Hersteller und vom Anbieter ab. Diese Kompatibilität sollte vor einem Tarifwechsel geklärt werden.
Mögliche Einschränkungen
Auch in diesem Anwendungsfall gibt es Grenzen. Eine Ersparnis ist nicht garantiert.
- Bei hoher Eigenverbrauchsquote sinkt der Einfluss des dynamischen Preises.
- Die Einspeisevergütung ist von der Tarifwahl beim Strombezug unabhängig zu betrachten.
- Im Winter ist der Solarertrag gering, der Netzbezug entsprechend hoch.
- Nicht jedes Energiemanagementsystem unterstützt Preissignale.
Häufige Fragen: Photovoltaik
Beeinflusst ein dynamischer Tarif meine Einspeisevergütung?
Der Strombezugstarif und die Vergütung für eingespeisten Strom sind zunächst getrennt zu betrachten. Welche Regelungen für deine Anlage gelten, ergibt sich aus deinem Einspeisevertrag und den gesetzlichen Vorgaben.
Lohnt sich ein dynamischer Tarif trotz PV?
Das hängt davon ab, wie viel Strom du trotzdem aus dem Netz beziehst und ob dieser Bezug zeitlich verschiebbar ist. Mit Speicher, Elektroauto oder Wärmepumpe steigt das Potenzial deutlich.
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