Wie negative Preise entstehen
Negative Preise treten auf, wenn zu einem Zeitpunkt sehr viel Strom erzeugt wird, die Nachfrage aber gering ist. Typisch sind sonnige oder windreiche Stunden an Tagen mit niedrigem Verbrauch, etwa an Feiertagen.
Weil das kurzfristige Herunterfahren mancher Anlagen aufwendig oder teuer ist, kann es günstiger sein, für die Abnahme von Strom zu zahlen, als die Erzeugung zu stoppen. Der Preis wird dann negativ.
Was das für die Stromrechnung bedeutet
Negative Börsenpreise bedeuten nicht automatisch, dass Endverbraucherinnen und Endverbraucher Geld für den Stromverbrauch erhalten. Steuern, Netzentgelte, Umlagen, Anbieteraufschläge und weitere Preisbestandteile können weiterhin anfallen.
In der Praxis sinkt der Endpreis in solchen Stunden deutlich, bleibt aber in vielen Fällen positiv. Wie der jeweilige Anbieter negative Börsenpreise weitergibt, ist Bestandteil der Tarifbedingungen und sollte dort nachgelesen werden.
Wie sich solche Stunden nutzen lassen
Wer flexible Verbraucher hat, kann sie gezielt in Stunden mit sehr niedrigem Preisniveau legen: Elektroauto laden, Speicher füllen, Warmwasser bereiten oder Wäsche waschen.
Da diese Stunden im Voraus bekannt sind, lässt sich das planen. Eine Garantie, dass sie an einem bestimmten Tag auftreten, gibt es allerdings nicht.