Die Definition in einem Satz
Bei einem dynamischen Stromtarif wird der variable Anteil des Strompreises an einen Börsenpreis gekoppelt, meist an den Day-Ahead-Preis für das jeweilige Zeitintervall. Der Rest des Preises besteht aus Bestandteilen, die sich nicht stündlich ändern.
Der Unterschied zum klassischen Festpreistarif liegt also nicht darin, dass alles schwankt – sondern darin, dass ein bestimmter Teil des Preises dem Markt folgt und im Voraus nicht feststeht.
Aus welchen Bestandteilen sich der Preis zusammensetzt
- Dynamischer Arbeitspreis: folgt dem Börsenpreis der jeweiligen Stunde oder Viertelstunde.
- Anbieteraufschlag: fester Betrag pro Kilowattstunde für Beschaffung, Vertrieb und Marge.
- Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen: regulierte Bestandteile, unabhängig vom Börsenpreis.
- Grundpreis: fester Betrag pro Monat oder Jahr.
- Messstellenentgelt: Kosten für den Betrieb der Messeinrichtung.
Für den Vergleich zweier dynamischer Tarife ist vor allem der Anbieteraufschlag entscheidend, denn der Börsenpreis selbst ist für alle Anbieter derselbe. Auch der Grundpreis wirkt sich spürbar aus, besonders bei geringem Jahresverbrauch.
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen
Damit stundengenau abgerechnet werden kann, braucht es zeitlich aufgelöste Verbrauchsdaten. Diese liefert ein intelligentes Messsystem. Die konkreten Anforderungen legt jedoch der jeweilige Tarif fest – manche Angebote setzen ein vorhandenes System voraus, andere organisieren den Einbau.
Kläre vor einem Tarifabschluss, welche Messtechnik der Tarif voraussetzt, wer sie einbaut und welche laufenden Kosten dafür anfallen. Diese Angaben stehen in den Vertragsbedingungen des Anbieters.
Für wen die Tarifform interessant ist
Der Nutzen entsteht durch Verschiebbarkeit. Haushalte mit Elektroauto, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder anderen steuerbaren Großverbrauchern können einen relevanten Teil ihres Verbrauchs in Stunden mit niedrigerem Preisniveau legen.
Ist der Verbrauch dagegen weitgehend unflexibel, bleibt vor allem das Preisrisiko: Der Haushalt zahlt dann in teuren Stunden den höheren Preis, ohne den Vorteil günstiger Stunden gezielt nutzen zu können.