Das Ladefenster ist der eigentliche Hebel
Ein Fahrzeug steht nachts oft acht bis zwölf Stunden an der Wallbox, benötigt aber deutlich weniger Zeit zum Laden. Diese Differenz ist der Spielraum: Der Ladevorgang kann in die Stunden gelegt werden, in denen das Preisniveau am niedrigsten ist.
Weil die Preise für den Folgetag im Voraus bekannt sind, lässt sich das planen. Voraussetzung ist, dass Wallbox, Fahrzeug oder ein Energiemanagementsystem den Ladevorgang zeitlich steuern können.
Steuerungsvarianten im Überblick
- Zeitplan im Fahrzeug: einfach, aber unabhängig vom tatsächlichen Preisverlauf.
- Zeitplan in der Wallbox: ähnlich einfach, oft mit mehreren Zeitfenstern.
- Steuerung über die App des Tarifanbieters: richtet den Ladevorgang direkt am Preissignal aus, sofern kompatibel.
- Energiemanagementsystem: verbindet Preissignal, Photovoltaik, Speicher und Verbraucher.
Je automatischer die Steuerung, desto zuverlässiger werden günstige Stunden getroffen. Prüfe vor dem Tarifwechsel, welche Geräte und Schnittstellen der Anbieter unterstützt.
Mobilität zuerst
Definiere einen Ladestand, der unabhängig vom Preis immer erreicht wird. So bleibt die Alltagstauglichkeit erhalten, auch wenn ein Tag durchgehend hohe Preise aufweist.
Wer beruflich auf kurzfristige Fahrten angewiesen ist, sollte die Preisoptimierung nur als Zusatz betrachten. Der Nutzen sinkt, wenn regelmäßig zu ungünstigen Zeiten geladen werden muss.
Was das wirtschaftlich bedeutet
Der Effekt hängt von der geladenen Strommenge, den tatsächlichen Preisunterschieden zwischen den Stunden und dem Anbieteraufschlag ab. Je höher die jährliche Fahrleistung, desto größer der Anteil verschiebbaren Verbrauchs.
Konkrete Ersparnisse lassen sich daraus nicht ableiten und werden hier bewusst nicht beziffert. Welche Kosten für dein Profil entstehen, zeigt der Vergleich mit deiner Postleitzahl und deinem Jahresverbrauch.